{"id":206202,"date":"2021-10-28T20:58:43","date_gmt":"2021-10-28T20:58:43","guid":{"rendered":"https:\/\/philipstoll.de\/?page_id=206202"},"modified":"2021-10-28T21:41:54","modified_gmt":"2021-10-28T21:41:54","slug":"text-deutsch-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/philipstoll.de\/en\/text-deutsch-2\/","title":{"rendered":"TEXT DEUTSCH SANKT PETER"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;4.9.6&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_row column_structure=&#8220;1_2,1_2&#8243; admin_label=&#8220;Zeile&#8220; _builder_version=&#8220;4.9.6&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.9.6&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_blurb _builder_version=&#8220;4.9.6&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; body_line_height=&#8220;1.1em&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 1\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>IM LICHT LICHT UND DUNKEL SEHEN<\/p>\n<p>Stephan Ch. Kessler<\/p>\n<p>Licht ist nur im Licht zu sehen. Stimmt das? Was erkenne ich im Dunkeln? Ich sehe die Abwesenheit von Licht.<br \/>Die Bilder von Philip Stoll wecken die Aufmerksamkeit fu\u0308r die erkenntnistheoretische Maxime der Philosophie, dass Licht im Licht wahrgenommen werde. Die photographischen Gema\u0308lde, die in diesem besonderen Licht-Raum der romanisch-spa\u0308tgotischen Kirche Sankt Peter entstanden, sind eine sinnliche Einladung zur Kon-Sensualita\u0308t, zu einer Form existentieller Einfu\u0308hlung. Sinne und Sinnlichkeit werden beim Anschauen dieser photographischen Bilder einerseits besta\u0308tigt, andererseits ist der Betrachtende aufgefordert, sie ins Offene und Weite zu u\u0308berschreiten. Denn sowohl der Ku\u0308nstler wie auch der Gegenstand treten zuru\u0308ck: Photo-graphie im ganz wo\u0308rtlichen Sinn als \u201eLicht-Schrift\u201c. In der Suche nach gro\u0308\u00dftmo\u0308glicher Einfachheit und Reduktion auf das Wesentliche entsteht ein neues zuru\u0308ckgeworfen Sein des Lichts (Reflexion) und eine geweitete Durchsichtigkeit (Transparenz). Die Bilder von Philip Stoll lassen das Gegensta\u0308ndliche zuru\u0308cktreten, sie reinigen die sinnliche Wahrnehmung a\u0308u\u00dferen Sehens und fu\u0308hren zu einer Konzentration auf die Wahrnehmung des unsichtbaren Lichtes selbst. Der Ku\u0308nstler nennt diese Reduktion ein \u201eScha\u0308len\u201c der Wirklichkeit. Durch die konzentrative Sammlung der Sinne auf das Wesen der Dinge wird der Kern dieser herausgescha\u0308lt. Stolls Bilder sind in ihrer Abstraktion eine Form der Dekonstruktion a\u0308u\u00dferer Wahrnehmung. Hier bewegt sich der Ku\u0308nstler im gro\u00dfen Strom der Gegenwartskunst &#8211; von Piet Mondrian (\u201eUm eine Harmonie zu erzielen, sollte die Kunst sich nicht nach der a\u0308u\u00dferen Erscheinung der Natur, sondern nach deren Wesen richten\u201c 1941\/42) bis hin zu den Lichtra\u0308umen seines Mentors James Turell. Die photographischen Gema\u0308lde ero\u0308ffnen einen lichten Innenraum und fu\u0308hren zu einer Erkenntnisform, die in der Auflo\u0308sung des Gegensta\u0308ndlichen Neues aufscheinen la\u0308sst.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>[\/et_pb_blurb][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.9.6&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.9.6&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; text_line_height=&#8220;1.1em&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Leuchten des Lichtes selbst wird auf sinnliche Weise in einem \u201eAnders-Raum\u201c erfahrbar (\u201eEspace autre\u201c; Michel Foucault). Das Licht weist \u201eu\u0308bersinnlich\u201c u\u0308ber den konkreten photographisch aufgenommenen Raum und u\u0308ber die Zeit (4 Sekunden der O\u0308ffnung der Linse bei Blende 11) weit hinaus. Dadurch vermitteln die Bilder etwas von der meditativen Haltung, die Voraussetzung fu\u0308r ihre Entstehung ist und die eine Betrachtung in eben dieser Haltung empfiehlt.<\/p>\n<p>Ganz analog beschreibt der neuplatonisch inspirierte Denker Augustinus von Hippo (354-430) diese a\u0308sthetische und erkenntnistheoretische Erfahrung und Praxis, die auch Philip Stoll vertraut ist. Von Hippos autobiografische \u201eConfessiones\u201c lesen sich wie eine Beschreibung Stolls ku\u0308nstlerische Vorangehensweise: \u201eAufgefordert zu mir selbst zuru\u0308ckzukehren, betrat ich (&#8230;) mein Innerstes. Ich trat ein und schaute mit dem Auge meiner Seele, so schwach es war, (&#8230;) das unwandelbare Licht (\u201elux inconmutabilis\u201c).\u201c Es ist nicht das allen gemeine oder vermeintlich sichtbare Licht, \u201esondern etwas anderes, weit anders als alles sonst\u201c. Dieses \u201eandere Licht\u201c wird in den Gema\u0308lden von Philip Stoll sichtbar und spu\u0308rbar: \u201eWer die Wahrheit kennt, kennt es\u201c. Und Augustinus fu\u0308hrt den Gedanken noch weiter, indem er auf die Relativita\u0308t der Zeit verweist und personale Liebe als Erkenntniskraft hinzufu\u0308gt: \u201eWer es kennt, kennt die Ewigkeit. Liebe kennt es\u201c (Confessiones 7,10,16).<\/p>\n<p>In der Kunst von Philip Stoll geht es um Wahrheit, die Wahrheit in und hinter den Erscheinungen. Seine Belichtungen machen das Sichtbare unsichtbar, damit die unsichtbare Wirklichkeit sichtbar, fu\u0308hlbar wird. Deswegen leuchtet auch im \u201eNicht des Lichts\u201c das \u201eLicht des Nichts\u201c (Wilhelm Weischedel 1905-1975). Denn im Licht schauen wir Licht; und Dunkelheit ist nicht finster, Nacht leuchtet wie der Tag (vgl. Psalm 36, 10 und 139, 12). Stolls Bilder bereiten die Aufmerksamkeit, sowohl im Licht als auch im Dunkeln, das unwandelbare Licht erahnen zu lernen.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; IM LICHT LICHT UND DUNKEL SEHEN Stephan Ch. Kessler Licht ist nur im Licht zu sehen. Stimmt das? Was erkenne ich im Dunkeln? Ich sehe die Abwesenheit von Licht.Die Bilder von Philip Stoll wecken die Aufmerksamkeit fu\u0308r die erkenntnistheoretische Maxime der Philosophie, dass Licht im Licht wahrgenommen werde. 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